Alkohol-Jugendschutz

Alkohol – Jugendschutz

Für junge Menschen ist es sehr verlockend, Alkohol auszuprobieren. Zum einen ist es ein Attribut des Erwachsenenseins, Alkohol zu konsumieren.
Zum anderen werden dem Alkohol positive Effekte zugesprochen, die man ausprobieren möchte: Mehr Heiterkeit und Freude, weniger Angst und Hemmungen, Entspannung und Gelassenheit.
Und man möchte dazugehören, keine Spaßbremse sein.

Deshalb ist die Verlockung für viele Jugendliche groß, Alkohol zu erwerben, auch wenn es ihnen noch verboten ist.
Es darf deshalb denjenigen, die noch nicht das vorgeschriebene Alter erreicht haben, nicht zu leicht gemacht werden zu „schummeln“.

Es wäre gut, wenn junge Menschen beim Einkauf von Alkoholika ihr Alter nachweisen müssten. Eine solche Vorschrift unterstreicht auch gegenüber dem Jugendlichen, dass man das Jugendschutzgesetz ernst nimmt.

Gerade für Jugendliche sind die Gefahren groß, die durch Alkohol ausgelöst werden. Die Grenzen zwischen Beschwipstheit und Betrunkenheit sind fließend.
Die Risiken des Rausches: Sexuelle Übergriffe werden nicht entschieden abgewehrt. Die Bereitschaft zu Straftaten und Aggression steigt. Das noch in der Entwicklung befindliche Gehirn wird geschädigt. Psychische und körperliche Abhängigkeit setzen viel schneller ein als bei Erwachsenen.

Eltern können ihre noch nicht so gereiften und manchmal unvernünftigen Kinder nicht ständig beaufsichtigen. Deshalb sind Handel und Gastronomie gefordert, Kindern und Jugendlichen keinen Alkohol zu verkaufen, wenn sie das zulässige Alter noch nicht erreicht haben.

Der Aufwand einer Alterskontrolle ist für Handel und Gastronomie gering. Es gibt bereits Kassensysteme, die das jeweilige Geburtsdatum anzeigen, das erreicht sein muss, um zum Alkoholeinkauf berechtigt zu sein.
Es wäre auch möglich, Ausweisleser an die Kasse anzuschließen, die den Einkauf freigeben. Und wenn alle wissen, dass das Alter geprüft wird, ist es bald eine Selbstverständlichkeit.

Das alles wird bereits in anderen Ländern praktiziert. Und das Ergebnis dort ist: Jugendliche konsumieren erheblich weniger Alkohol als in Deutschland.
Natürlich sind viele Faktoren maßgebend für die Menge des konsumierten Alkohols. Ein wichtiger Faktor ist jedoch die Verfügbarkeit. Es macht also auf jeden Fall Sinn, Jugendlichen den Erwerb von Alkohol zu erschweren.

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Wenn eine Ausweisvorlage verpflichtend wird, dann können auch Testkäufe durchgeführt werden.
Aktuell ist es nämlich verboten, einen 15-Jährigen zu animieren, Bier zu kaufen (Bier ist erst ab 16 erlaubt). Man motiviert ihn ja dazu, einen Gesetzesverstoß zu provozieren. Somit sind alle derzeitigen Testkäufe streng genommen gesetzeswidrig.

Wenn eine Ausweisvorlage verpflichtend wäre, dann könnte man auch 16-Jährige zu Testkäufen schicken. Sie sind ja berechtigt, Bier zu kaufen. Wenn dann ihr Alter nicht kontrolliert wird, wird gegen das Gesetz verstoßen. Der betreffende Verkäufer könnte angezeigt werden.

Außerdem könnten diejenigen, die auf einen Altersnachweis verzichten, von einem gesetzestreuen Wettbewerber abgemahnt werden. Gerade hier läge in großes Potential für Testkäufe, nämlich um Wettbewerbsverstöße zu unterbinden.
Der Handel und die Gastronomie würden so aus wirtschaftlichen Motiven heraus für die Gesetzestreue der Branche sorgen.